Die Hardcore-Punks von Abriss sind zurück und servieren mit ihrem dritten Album „Kill Your Idyll“ einen kraftvollen Abschluss ihrer Ruhrpott–Münster-Trilogie. Nach Abriss I und II bekommt die Hörerschaft erneut 15 wuchtige Stücke um die Ohren, die einen fragen lassen, wer eigentlich die Pfadfinder in den Pit geschickt hat und wo der Bibelkurs das Dosenbier versteckt.
Trotz allem hat „Kill Your Idyll“ erfreulich wenig mit sinnlosem Rumgespritze, Parolengegröle oder Dorfdisco-Pogo zu tun. Abriss III begibt sich vielmehr auf eine Deutschlandreise: Bodensee, Bayern, Fulda, Salzburg – alle werden abgeklappert, alle bekommen ihr Fett weg. Neben präziser Szenekritik und der Abrechnung mit dem Arbeitnehmergeist geht es thematisch um German Angst, gelebte Biedermeier-Mentalität und wieder zurück. Abriss findet klare, scharfe Worte – raffiniert, bissig und in jeder Zeile treffsicher. Das Beiblatt verdient definitiv besondere Aufmerksamkeit.
Musikalisch bleibt es wild, roh und direkt: immer geradeaus, immer vorwärts. Man kann wohl davon ausgehen, dass die Band weiterhin fleißig ihre Lieblingsplatten von Bombenalarm, Hammerhead, Vorkriegsjugend und reichlich 625-Material auflegt.
Auch grafisch fügt sich Abriss III perfekt in die Trilogie ein – der rote Faden der frühen Werke bleibt konsequent erhalten. Diese Konsequenz steckt in jedem Detail. „Kill Your Idyll“ erscheint wie seine Vorgänger bei Spastic Fantastic Records, selbstverständlich auf farbigem Vinyl. Selbstverständlich – denn Konsequenz wird bei Abriss noch immer großgeschrieben.