| Mit „Dem Willen Zur Macht Und Dem Vergessen“ veröffentlichen Abkehr ein Black-Metal-Album, das weniger Angriff als existenzielle Implosion ist. Statt klassischer Raserei entfaltet sich hier ein Klangraum, der von Nihilismus durchzogen ist – ein kaltes Echo auf eine Welt, die sich selbst längst überlebt hat. Erscheint als CD und Vinyl-LP auf Vendetta. Die inhaltliche Grundlage ist radikal: Existenz erscheint als Farce, als leeres Kreisen ohne Ziel, während der „Wille zur Macht“ nur noch ein reflexartiges Aufbäumen gegen die Bedeutungslosigkeit darstellt. Abkehr zeichnen keinen dramatischen Untergang, keine Apokalypse im herkömmlichen Sinn. Vielmehr wirkt alles wie ein langsames Ausatmen – das leise Verlöschen einer Spezies, die an sich selbst zerbricht. Musikalisch spiegelt sich diese Haltung in einem Sound, der gleichermaßen kalt und zermürbend wirkt. Die Gitarren bauen dichte, kreisende Strukturen auf, die weniger treiben als gefangen halten. Rasende Passagen wirken wie kurze Eruptionen im ansonsten schleichenden Verfall. Das Schlagzeug schwankt zwischen stoischer Monotonie und eruptiver Gewalt, während der Gesang eher ein fernes, gequältes Grollen ist als ein klarer Ausdruck von Aggression. Die Atmosphäre ist erdrückend, aber nicht im Sinne klassischer Black-Metal-Dramatik. Statt Pathos dominiert Leere. Melodien scheinen sich selbst zu hinterfragen, lösen sich auf, bevor sie sich festsetzen können. |