Mit "Seite E" veröffentlichen ZAHN eine lohnenswerte Ergänzung zu ihrem gefeierten 2023er Album "Adria". Die Drei-Track-EP versteht sich als Nachklapp, macht jedoch klar, dass es sich hier keineswegs um bloßes Restmaterial handelt. Vielmehr zeigt das Berliner Instrumental-Trio eine experimentellere, atmosphärisch aufgeladene Facette seines ohnehin schwer kategorisierbaren Sounds. Erscheint als Vinyl-LP auf Crazysane Records.
Schon der Opener „Bain de Soleil“ überzeugt mit cineastischer Stimmung: pochende Elektronik trifft auf zäh brodelnde Rock-Grooves, die sich langsam, aber bestimmt in einen hypnotischen Sog verwandeln. Es ist diese kontrollierte Unruhe, in der ZAHN brillieren – scheinbar richtungslos, aber immer mit innerer Logik. „Aula“ schlägt leisere Töne an. Mit flächigen Synths, Klaviermotiven und subtilen Gitarreneinsprengseln öffnet sich ein meditativer Raum, in dem sich Dunkelheit und Wärme die Waage halten. Noch abstrakter gibt sich das abschließende „Mandarine“: ein synthetisches Labyrinth aus Sounds und Strukturen, das selbst im Kontext von ZAHNs diskografischer Eigenwilligkeit als besonders experimentell hervorsticht. "Seite E" ist keine Fortsetzung von Adria, sondern eher dessen Echo – diffus, verschroben, aber spannend. Die EP beweist erneut ZAHNs Gespür für Textur, Atmosphäre und rhythmische Tiefe. Kein großes Statement, aber ein bemerkenswerter Nachsatz – und viel zu gut, um im Archiv zu verstauben.
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