Mit "Frail Grasp Of Broken Hands" liefern Phosphorus ein Debüt, das weit über das Erwartbare hinausgeht. Die Saarländer, die schon durch Festivalauftritte Aufmerksamkeit erregen konnten, präsentieren sich nicht als Newcomer auf der Suche nach Identität, sondern als reife Formation mit klarer Vision. Musikalisch im Post-Black-Metal verortet, bewegen sie sich thematisch zwischen Menschlichkeit, Natur und Vergänglichkeit. Erscheint als CD auf Vendetta.
Der eröffnende Titeltrack setzt sofort auf Härte: Screams und Growls, deutsche wie englische Lyrics und eine Atmosphäre, die verzweifelt und hoffnungslos wirkt. Dass die Band auch Klargesang intensiv einzusetzen versteht, beweist „The Messiah“, das mit Folk-Anklängen beginnt und in einer wuchtigen Klangwand kulminiert. Ein besonderes Merkmal des Albums ist sein nahtloser Fluss – die Stücke gehen ineinander über und entfalten ihre Wirkung erst im Ganzen. Zwischen Songtiteln, Texten und Bandnamen lassen sich zudem symbolische Bezüge entdecken, die Interpretationen anregen. Entstanden in Eigenregie, überzeugt das Album durch Professionalität, Abwechslung und ein stimmiges Konzept. Phosphorus überspringen die typische Findungsphase vieler Debütanten und positionieren sich direkt als ernstzunehmender Name im Genre.