Mit "Signals" feiern Hawklords 18 Jahre seit ihrem Neustart 2008 und zugleich mehr als fünf Jahrzehnte britische Space-Rock-Geschichte. Das 13. Studioalbum ist dabei weniger Rückblick als musikalische Zeitreise: Krautige Elektronik, treibende Drums, wuchtige Basslinien, psychedelische Gitarren und exotische Flöten erzeugen einen Sound, der Vergangenheit und Zukunft miteinander verschaltet. Erschent als CD auf dem bandeigenem Label.
Besonders spannend ist der Auftritt des verstorbenen Hawkwind- und Hawklords-Mitbegründers Nik Turner auf „WOTUGONADO“. Der Track scheint tatsächlich durch ein Wurmloch direkt aus dem Jahr 1970 in die Gegenwart geraten zu sein. Demgegenüber entfaltet „Ganymede FM“ eine dystopische, melancholische Seite, während das über zehnminütige „Stranger in a Strange Land“ mit Flöte und ausufernder Gitarre zwischen kosmischen Sphären schwebt. Jerry Richards und Fred Reeves alias Dead Fred, beide ehemalige Hawkwind-Mitglieder, verbinden auf Signals klassische Space-Rock-DNA mit moderner Produktion. Paul Sampson veredelt die Mischung zu einem detailreichen Kopfhörererlebnis, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ineinanderfließen. Signals ist psychedelischer Rock als Audio-Zeitmaschine – weitläufig, cineastisch und angenehm entrückt.