Mit The Harvest legen :Skull & Dawn: ihr zweites Full-Length-Album vor – ein Werk, das sich wie ein staubiger Windstoß durch die verlassene Weite des amerikanischen Südens zieht. Schon beim ersten Hören wird klar, warum das Label The Circle dieses Album unter seine Fittiche genommen hat: The Harvest fügt sich trotz – oder gerade wegen – seines eigenwilligen Charakters nahtlos in das künstlerische Universum des Kollektivs ein.
Musikalisch verwebt das Duo dunklen Americana mit einer fast filmischen Southern-Gothic-Atmosphäre. Die Vergangenheit im Neo-Folk schimmert immer wieder durch, doch hier ist alles rauer, direkter, erdiger. Gitarren klingen wie rostige Drähte, Stimmen hallen wie aus einer längst verlassenen Kapelle, und irgendwo in der Ferne heult der Wind über verlassene Bahngleise.
Thematisch bleibt The Harvest tief verwurzelt im Mythischen und Morbiden: Es geht um tote Liebhaber, um Serienmörder und einsame Cowboys, um Alkohol, verlorene Züge und verlorene Seelen. Jede Zeile atmet die Schwärze einer Welt, in der Schönheit und Verfall untrennbar ineinander übergehen.
Trotz – oder gerade wegen – seiner Schwere besitzt das Album eine hypnotische Anziehungskraft. The Harvest ist keine leichte Kost, sondern ein Ritual, ein Abstieg in die staubige Unterwelt des amerikanischen Traums. Ein Soundtrack für all jene, die sich zwischen den Schatten des Südens zuhause fühlen.