Mit „Spirit“ legen Blossom Death ein Debüt vor, das die düsteren Spielarten des Gothic und Doom Metal gekonnt miteinander verbindet, ohne sich dabei in bekannten Genre-Klischees zu verlieren. Die 2018 im griechischen Varkiza gegründete Band um Ex-Sorrowful-Angels-Frontmann Kostas „Corax“ Katoikos setzt auf Atmosphäre, Melancholie und emotionale Tiefe – und formt daraus einen eigenständigen Sound mit bemerkenswerter Intensität. Das Album erscheint als CD auf The Circle Music.
Obwohl das Album mit knapp unter dreißig Minuten eher kompakt ausfällt, entfalten die sechs Songs eine erstaunliche Wirkung. Statt auf permanente Härte zu setzen, arbeiten Blossom Death mit Dynamik, Stimmung und starken Melodien. Schwere Gitarrenriffs treffen auf weitläufige Arrangements, während die verschiedenen Gesangsstimmen dem Album zusätzliche Vielschichtigkeit verleihen. Gerade dieser Wechsel zwischen klarem Gesang und gezielt eingesetzten Growls sorgt dafür, dass Spirit nie eindimensional wirkt. Tracks wie „Stone Kiss“ oder „Spirit Of Life“ verbinden ihre dunkle Grundstimmung mit einer fast schwerelosen Eingängigkeit, während „Fallen“ und „Morning After“ deutlich rauere Akzente setzen. Besonders „Solitude“ hebt den Gothic-Einschlag hervor: schleppend, bedrückend und getragen von harschen Vocals, die dem Song eine intensive Schwere verleihen. Zum Abschluss zeigt „Before I Can See“ noch einmal die ganze Bandbreite der Gruppe – mit wechselnden Tempi und variierenden Gesangsstilen entsteht ein atmosphärisch dichter Schlusspunkt. Vergleiche mit Paradise Lost liegen nahe, doch Blossom Death vermeiden es, bloß vertraute Muster zu kopieren. Dafür wirkt das Songwriting zu eigenständig und die emotionale Ausrichtung zu ehrlich.
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