Nachdem Cats TV mit „Los!“ nach einer langen Schaffenspause wieder ein neues Album auf den Markt gebracht hat, wird insbesondere den neu gewonnenen Fans mit „…die frühen Jahre“ ein Schuber mit den drei ersten Alben nachgelegt. Dadurch wird die musikalische Geschichte der Band noch einmal deutlich und warum sich die Band, insbesondere in Norddeutschland, einen Kultstatus erarbeitet hat. Die drei Alben stammen alle aus der Zeit von 1978 bis 1984, wonach die Band sich erstmals auflöste, um nach Jahrzehnten mit veränderter Besetzung (heute sind noch die Gründungsmitglieder Tom Baumann und Heiko Braas mit dabei) die eigene Bandidentität wieder aufleben zu lassen. Schon in den ersten Jahren handelte es sich um schnörkellosen Deutschrock mit sozialkritischen Texten, welche natürlich oft einen Bezug zur Heimat der Band Cuxhaven haben. Das erste selbstbetitelte Album schaffte es 1980 in die Top 50 der deutschen AlbumCharts und einige Titel landeten auch auf Samplern der NDW. Dies ist aber eher dem Zeitkorridor, in dem das Album auf den Markt kam, zu verdanken als der Musik. Es ist eindeutig der Kategorie Deutschrock, mit handgemachter Musik und sozialkritischen Texten zuzuordnen, wo damals sogar die Bezeichnung Rockrevue in der Presse fiel, was sich auch auf Konzerten zeigte, wo die Musik revueartig mit Schaustellern untermalt wurde. Auch das zweite Album „Killerautomat“ schaffte es 1981 in die Top 50. Es ist bedingt dadurch, dass aus dem Quartett ein Quintett mit einem zweiten Gitarristen wurde, noch rockiger als das Debutalbum. Prägend für den Sound, wie im ersten Album ist das Keyboardspiel manchmal auch an Ideal erinnernd, welches den Songs zuweilen einen psychedelischen Charakter verleiht, der dann aber immer wieder von harten Gitarrenriffs durchbrochen wird. Im mit No. 3 betitelten Album aus dem Jahr 1983, welches für lange Jahre das letzte sein sollte, bleibt die Band sich in ihrer stilistischen Linie treu. Der Erfolg war allerdings nicht mehr so, wie bei den beiden Vorgängern, was allerdings nicht an der Qualität der Songs liegt, sondern vermutlich eher daran, dass die so genannte Neue Deutsche Welle dabei war abzuflauen. Die hatte auch einen Einfluss auf Cats TV, wobei die Band musikalisch zwar einige Berührungspunkte mit der NDW hatte aber insgesamt eher den Deutschrock zuzuordnen waren und auch heute wieder sind. Insgesamt handelt es sich bei der Trilogie um Alben, deren Texte auch heute noch eine gewisse Aktualität haben, und durch diese Zeitlosigkeit auch jetzt noch hörenswert sind. Dies mag auch daran liegen, dass die beiden letzten Alben in den legendären Kölner Dierks Studios aufgenommen wurden und unter anderem von Dirk Steffens (ex Birth Control) und Michael Wagner produziert wurden, deren Vita eher den rockigen bis hardrockigen Tönen zuzuordnen ist, was mit Sicherheit auch dazu beigetragen hat, dass es sich eher um rockige als poppige Alben handelt. Auch das Booklet mit einigen Bildern aus der Zeit und Geschichten der frühen Jahre dienen dazu, einen Einblick in die damalige Zeit zu haben, in denen Cats TV auch live eine beachtliche Fangemeinde gewann und so vor etwa 40 Jahren die Grundlage zum heutigen Line-up, mit dem Album „Los!“ gelegt wurde.