| Torpedo Mayer haben ein Problem: Sie können sich offenbar nicht an ihre eigenen Regeln halten. Auf ihrem Debüt „Die Schönheit Des Scheiterns“ reduzierten die vier Rheinländer ihre Songs noch auf das Wesentliche. Klare Ideen, kurze Wege, kein Ballast, kein Chichi, nur die Energie des ungezähmten Rock’n’Roll. Für „Alles Gold“ machen sie jetzt das Gegenteil, etwas ziemlich Unvernünftiges: Sie nehmen einen dieser Songs und geben ihm 7:13 Minuten Spielzeit. Auf einer 12"-Vinyl-Maxisingle, dem abwegigsten Format für Punkrock.
„Alles Gold“ verwandelt schon in seiner Album-Version eine kaputte Welt in einen brodelnden Tanzsaal. Aus Alltagswahnsinn und Absurdität werden Energie und Eskapismus. Torpedo Mayer lassen den Track nun vollends frei. Warum? Weil sie Bock haben, eine Tür aufzustoßen, durch die sie bisher noch nicht gegangen sind. „Alles Gold 7:13“ ist keine Kurskorrektur, vielmehr eine Erweiterung dessen, was Torpedo Mayer ausmacht. Die Band arbeitet mit Punk, Garage, Power Pop, Beat, Soul und Rock’n’Roll, mit schrägen Beobachtungen, kleinen Katastrophen und einer ausgeprägten Lust am musikalischen Spiel. Eine Kombo, die bislang alles auf den Punkt brachte, nimmt sich Zeit zum Abdrehen.
Die 12"-Maxi-Single ist eine enthemmte Nachtwanderung im Torpedo Mayer-Universum: Neben „Alles Gold 7:13“ auf Seite A finden sich auf der zweiten Seite ein Elektro-Remix des Titeltracks vom Produzenten-Duo Kollektiv Sheesh (Wien / Köln) und eine Liveaufnahme von „Ich Komm Nicht In Den Klub“, die auf der Argentinien-Tour im Herbst 2025 in Rosario mitgeschnitten wurde. Zusammen mit dem brandneuen Track „Disco Neben Dem Pissklo“ finden sich auf der Mayer-Maxi vier völlig unterschiedliche Zustände ein- und derselben Nacht: Tanzfläche, Elektro, Klub, Disco. Ein altes Format, vier neue Perspektiven – und der ausgeprägte Drang, Regeln auszuhebeln. |